Prof. Gerhard Kampe

Fotografie, Projektarbeit, Typografie

Statement

Das Berufsbild von Designern hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Im globalen Markt stehen für Designer vielfältigste Aufgaben an, wenn Design als Prozess und nicht als Ergebnis verstanden wird.
Für Designer bedeutet dies, immer wieder neue Rollen anzunehmen, als Vordenker, Gestalter, Moderator, Kurator, Sammler oder Forscher. So gewinnen weiche Faktoren wie Offenheit, Empathie und Verantwortung zunehmend an Bedeutung. Neben gestalterischen und methodischen Fähigkeiten sollen angehende Designer im Studium eine Haltung zu ihrer eigenen Rolle und den Auswirkungen ihrer Arbeit entwickeln.

Beruflicher Werdegang

  • 1955 geboren
  • 1978 Studium Visuelle Kommunikation an der Universität Gesamthochschule Kassel
  • 1979 – 1984 Studium Industrial Design an der Universität Gesamthochschule Kassel
  • 1984 – 1986 Freiberufliche Tätigkeit als Designer
  • 1986 – 1998 Anstellung als Designer bei HEWI, Bad Arolsen
  • 1999 Berufung zum Professor im Studiengang Integriertes Produktdesign an der Hochschule Coburg (aktuelle Lehrgebiete: Projektarbeiten, Fotografie, Typografie), bis 2016 Studiengangsleiter Integriertes Produktdesign, Mentor im Masterschwerpunkt Human Centered Design Concepts, Master Design an der Hochschule Coburg
  • 2008 Gründung und Leitung des ip.co Institutes für integriertes Produktdesign als Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Designtransfer an der Hochschule Coburg
  • 2014 – 2017 Forschungsprojekt Innovation by Experiment
  • 2015 Gründung der Experimentierplattform MakingCulture®, Vorsitzender des gleichnamigen Vereins
  • Tätigkeit als freier Designer

Eigene Projekte, Besonderheiten

Experimentierplattform MakingCulture® in Coburg

Als offene Innovations- und Experimentierplattform steht MakingCulture® im Sinne einer demokratischen, aktiven Innovations- und Experimentierkultur allen interessierten Bürgern, Unternehmen und Institutionen zur Verfügung.

Die Verbindung von Kulturzentrum und offener Innovations- und Experimentierplattform in Coburg definiert ein einzigartiges Projekt mit Strahlkraft weit über die Region hinaus. Über die Hochschule und das Forschungsprojekt „Innovation by Experiment“ ist MakingCulture® bereits jetzt international vernetzt (Aarhus, Graz).

Neu ist dabei, die inzwischen von namhaften Unternehmen als bedeutendes kreatives Potenzial angesehene „Makerbewegung“ mit Kultur, Wissenschaft und historischem Hintergrund zu verbinden und in Coburg zu verorten.

Der Begriff „MakingCulture®“ ist dabei im doppelten Sinne zu verstehen. So geht es auf der einen Seite darum, Kultur und Kulturschaffenden in Coburg einen Raum zu bieten, auf der anderen Seite wird sich aber auch die „Maker“ – Kultur in einer einzigartigen Umgebung in Oberfranken etablieren.

Als Plattform für experimentelle Innovationskultur wird MakingCulture® Workshops und Netzwerke bieten, die auf ungewohnte und unbekannte Disziplinen und Fertigkeiten zugreifen. Digitale und zwischenmenschliche Vernetzung spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Innovation by Experiment

Design als Ressource für wirtschaftliche Entwicklung und demografische Herausforderungen in der Region in Oberfranken

Von Dezember 2014 bis Dezember 2016 wurde im Rahmen des Forschungsprojektes Innovation by Experiment am ip.co Institut der Hochschule Coburg nach methodischen Lösungsansätzen für eine Belebung der oberfränkischen Wirtschaft gesucht.
Das Forschungsprojekt wurde vom bayerischen Ministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie gefördert, sowie von bayerndesign und weiteren Netzwerkpartnern und Unternehmen unterstützt.
Ziel des Forschungsprojektes „Innovation by Experiment“ war, anhand von Fallstudien zu untersuchen, inwieweit experimentelle Methoden Entwicklungsprozesse für Produkte, Dienstleistungen und öffentlichen Raum ergänzen bzw. ablösen können.
In Kooperation mit der Hochschule Coburg, der Aarhus School of Architecture, der FH Joanneum Graz und mit regionalen und überregionalen Unternehmen wurden beispielhafte Projekte initiiert und dokumentiert.
Nach knapp zwei Jahren des Experimentierens und des Vertrauens in das Unvorhersehbare wurden auf der Munich Creative Business Week im März 2017 die Ergebnisse des Projektes der Öffentlichkeit präsentiert. Im Oskar von Miller Forum trafen sich die Kooperationspartner und Persönlichkeiten aus dem Ministerium zur Diskussion der Ergebnisse des internationalen Forschungsprojektes. Es gab interessante Begegnungen und anregende Gespräche mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft, die sich mit Ihrer Offenheit auf das Experiment eingelassen haben und mit denen gemeinsam neuen Ideen vorangebracht wurden.

Die Ergebnisse des Projektes sind in der Forschungspublikation „Innovation by Experiment“ zusammengefasst – von kritischen Sichtweisen bis hin zu Instrumenten zur Generierung von Innovationen über Experimente.

Workshop „Stranger in the City“ Munich Creative Business Week 2015

Im Rahmen der MCBW 2015 wurde ein 3-tägiger Workshop zum Thema „stranger in the city“ im Oskar von Miller Forum veranstaltet. Designstudenten der Hochschule Coburg, der School of Architecture Aarhus und der FH Joanneum Graz bearbeiteten mit unterschiedlichen Designmethoden Lösungsansätze zur Wahrnehmung des öffentlichen Raums als Fremde in München.
Über eine „Altersanzug“ konnten die Coburger Studierenden zusammen mit Studierenden der Partnerhochschulen aus Aarhus und Graz nachempfinden, wie es ist, sich als Fremder in einer Großstadt neu orientieren zu müssen – vor allem in Hinblick auf die brisante Flüchtlingsthematik Anfang des Jahres 2015.
Diese Erfahrungen und Lösungsansätze im Workshop „Stranger in the City“ wurden anschließend im Impact Hub während der Social Elevation Days der Hans Sauer Stiftung einem breiten Fachpublikum präsentiert.